Schutzhülle für helle Blusen

Dieser äußerst einfache Schnitt aus dem Jahr 1900 zeigt, mit wie wenig Aufwand man einen schnellen Überwurf nähen kann, um beispielsweise beim Frisieren oder zum Frühstück einen Schutz für helle Kleidungsstücke zu haben. Außerdem lässt es sich als Bettjäckchen verwenden und – wie in der Beschreibung angemerkt – als zusätzlicher Schutz vor Abfärbungen bei Mänteln.

Der Schnitt besteht aus einem rechteckigen Stück Stoff, der mit wenigen Handgriffen zu einem schicken Kleidungsstück wird. Hier die Anleitung aus der Wiener Illustrierte Frauen-Zeitung:

Die Ärgerlichkeit, daß eine helle Gesellschaftstaille durch das dunkle Futter eines Mantels einen dunkeln Schimmer erhält, was gar leicht vorkommt, wird durch dies einfach herzustellende, praktische Schutzmäntelchen, das jede Dame leicht nachfertigen kann, vermieden. Es ist dafür ein fadengerades Stück weißer Flanell von 190 cm Länge und 63 cm Breite erforderlich; dasselbe wird ringsum 4 1/2 cm breit umgeschlagen und hier mit farbigem Grätenstich benäht.

Bei den zurückgeschlagenen Ecken sind die Zierstiche auf der entgegengesetzten Seite anzubringen. Um die Beduinenfalte zu bilden, näht man den oberen Rand, von der Mitte 25 cm entfernt (s. a) zusammen und besetzt ihn an jeder Seite bei b mit Bindeband. Knopf und Knopfloch, an den abgestumpften Ecken angebracht, formen an der Hülle eine Art Ärmel.

Das Modell ist auch für Kranke und Genesende, die schon im Bett aufrecht sitzen dürften, oder für junge Frauen, die im Bett das Kindchen anlegen, als leicht umnehmbar zu empfehlen.

Der Fantasie sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt, wer daraus andere Varianten nähen möchte, z.B. mit Seide, Wollstoffen oder verziert mit bunten Bändern etc. Es lässt sich auch hervorragend in ein modernes Style-Accessoire verwandeln. Für diejenigen, die dem 19. Jahrhundert treu bleiben wollen, bieten sich Varianten mit Spitzenbändern an, um es ein wenig aufzuwerten. Ich bin gespannt, auf eure Kreationen!

Regina Gschladt

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