Zwei weitere Rezepte mit Kirschen

Wer außer Marmelade und Saft aus Kirschen noch weitere Rezepte braucht, wird die folgenden beiden Varianten hilfreich finden. Beide Rezepte stammen aus dem Pariser Damenkleider Magazin von 1849.

Kirschen-Kuchen

Ein halbes Pfund Butter wird weiß gerührt, 4 Wecken in Milch eingeweicht, und wieder fest ausgedrückt. Nun werden 10 Eier nach und nach mit dem Wecken an die Butter gerührt, nebst 6 Loth gestoßener Mandeln, 2 Loth Zimmt, 6 Loth Zucker und etwas Nelken, und zuletzt noch 1 1/2 Pfund Kirschen, auch etwas fein geschnittene Zitronenschale.

Dieser Kuchen erinnert mich ein bisschen an das so genannte Kirschen-Michl Rezept, wo ebenfalls alte Brötchen/Semmeln in Milch eingeweicht und zum Teig hinzugegeben werden. Es ist also ideal als Resteverwertung für altes Weißbrot oder Milchbrötchen geeignet. Die entsprechenden Mengenangaben findest du im Lexikon.

Rezept, Kirschen zum Rindfleisch einzumachen

Hiezu werden gewöhnlich gebrochene Weichseln genommen, und an denselben die Stiele halb abgeschnitten. Zu 2 Pfund Weichseln nimmt man 1 Pfund Zucker, setzt denselben in einem neuen irdenen Stollen (Kacheln) mit einer halben Maß (2 Schoppen) guten rothen Weinessig auf Kohlen, läßt ihn mit 1/2 Loth ganzem feinem Zimmt und 1 Quentchen ganzer Nelken langsam kochen. Nun läßt man ihn erkalten, und wenn er noch lauwarm ist, so gießt man ihn über die Kirschen, welche man schon in das hiezu bestimmte Zuckerglas gethan haben muß.

Zwei Tage läßt man nun so die Kirschen stehen, gießt sodann den Essig wieder ab, thut ihn in die schon hiezu gebrauchte Kachel, läßt ihn kochen, wie das erste Mal, und gießt denselben auch wieder lauwarm an die Kirschen. Nach diesem können die Kirschen 5 bis 6 Tage mit dem Essig stehen, worauf er dann nochmals und zum letztenmale abgegossen und wieder gekocht wird. Dießmal gießt man denselben aber noch ganz warm an die Kirschen, bindet das Glas mit einem weißen Papiere zu, durchsticht letzteres mit einer Gabel oder Nadel und bewahrt die eingemachte Frucht in einem trockenen Keller oder luftigen Orte auf.

Die Kachel ist in diesem Fall ein irdener Topf. Um den Essig aufzukochen lässt sich aber auch ein ganz normaler Topf verwenden. Wie genau dann die eingemachten Weichseln zum Rindfleisch angerichtet werden ist ein wenig unklar, ob zum Beispiel Stiele und Kerne entfernt werden oder sie im Ganzen drapiert werden. Vielleicht kann hier ein gelernter Koch einen Hinweis geben?

 

Bild: Stilleben, Osias Beert, 1600-1624 – s. Rijksmuseum

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