Zwei Kosmetik-Rezepte aus dem Jahr 1848

Frauen im 19. Jahrhundert waren durchaus darauf angewiesen, ihre eigene Kosmetik selbst herzustellen. Die Rezepte sind durchaus simpel und lassen sich mit nur wenigen Zutaten gut zubereiten. Es braucht manchmal vielleicht ein wenig mehr Geduld und Zeit, lohnt sich aber, wenn man natürliche Kosmetik bevorzugt.

Die folgenden beiden Rezepte stammen aus dem Jahr 1848 und finden sich in der Allgemeinen Musterzeitung:

Apfelpommade, als Mittel die Hände zart und weich zu machen und zu erhalten. Borsdorfer oder auch andere feste Aepfel werden entkernt und in kleine Stücke zerschnitten. Man nimmt 4 Loth und erhitzt sie mit 12 Loth ungesalzener Butter und 3 1/2 Loth gelbem Wachs unter beständigem Umrühren so lange in einem Tiegel, bis das Ganze eine gleichförmige Masse bildet. Diese Pommade gießt man in ein Gefäß mit Rosenwasser und läßt sie darin erkalten. Man kann sie auch sehr gut als Haarpommade benutzen.

Handcreme und Haarpommade zugleich – ist das nicht super?

Sehr feines Waschpulver, um die Haut zart und schön zu unterhalten.
Man weicht rein gelesenen Reis 14 Tage in Wasser ein, wechselt aber letzteres täglich. Nach dieser Zeit bringt man die aufgequollene Masse in ein leinenes Tuch und knetet sie in einer Schüssel mit Wasser tüchtig durch, und zwar so lange, als sich noch etwas durchpreßt. Das milchichte Wasser läßt man nun so lange stehen, bis sich das feine Mehl zu Boden gesetzt hat, alsdann gießt man das klare Wasser ab, und trocknet das Mehl vollständig. Unter allen Waschpulvern ist dieses ganz besonders zu empfehlen.

Reis wird in einigen Kosmetik-Rezepten verwendet. In den meisten Fällen wird er lange eingeweicht und die daraus entstandene Paste bzw. das Mehl der gequollenen Reiskörner verwendet, um Pulver oder Cremes herzustellen.

 

Bild: Georges Croegaert, La Toilette, 1891

Regina Gschladt

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