Rock in Falten legen im Stil von 1868

Die Mode des Jahres 1868 zeigte weit ausladende Röcke, die durch Falten an entsprechenden Stellen in Form gebracht wurden. Die folgende Anleitung aus der Zeitschrift Victoria zeigt die entsprechende Faltenlegung, wie sie zu diesem Zeitpunkt auch in fertigen Roben erfolgte.

Falten-Arrangements zu Kleiderröcken

Das von Neuem nicht nur gestattete, vielmehr gebotene Faltenarrangement in der hinteren Rockmitte ist nicht nur ein vortheilhaftes für die Kleidsamkeit der Stoffdraperie, sondern auch für die Conservation des Stoffes selbst, welcher, nicht vollständig zerschnitten, später anderen Zwecken dienen kann. Die vorderen Rockbahnen bleiben schräg und werden mit 2 bis 3 graden Stoffbreiten in der hinteren Mitte verbunden, welche nach einer hohlgelegten Falte an der Seitennaht, einzukräusen sind. Für den Schnitt der 5 Vorderbahnen brachte die letzte Schnitttafel die erforderlichen Vorlagen, deren obere Weite, je nach Wunsch, flach oder mit einer Falte an jeder Naht angesetzt werden kann.

Abbildung Nro. 39 zeigt die Seitenansicht eines derartig gefalteten Rockes, dessen hintere Weite mit geregelten Kräuseln an einen der Taille entsprechenden Gurt gesetzt ist. Der Schlitz kann in der hinteren Mitte oder an der tief gelegten Falte des hinteren Seitentheils angebracht werden.

Abbildung Nro. 34 bringt den hinteren Gurttheil mit Schnurren zur Ansicht. Die Rockbahnen werden zu diesem Arrangement an einen etwas über Taillenweite geschnittenen Gurt angesetzt und dieser vermittelst der doppelten Schnurre nach Belieben zusammengezogen. Letzere Vorrichtung finden wir an den fertig zu kaufenden Roben, doch ist dieselbe auch bei passend anzufertigenden Kleidern zu empfehlen.

Abbildung Nro. 40 dehnt sich mit sämmtlichen Kräuseln auseinander, sobald der Zug gelöst wird. Es ist hierzu ein gleich weiter Stoffansatz erforderlich, als die obere Rockweite mißt, und hat den Zweck, den Schlitz überflüssig zu machen, da der Rock ausgedehnt, über den Kopf gezogen werden kann. Der Zug wird gebunden und der bis zu diesem fest angenähte Gurt über die Falten gehakt.

Diese Art des Kleiderverschlusses finde ich genial, denn sie führt dazu, dass man, wie der Text sagt, keinen Schlitz einarbeiten muss. Der Rock wird trotzdem nach außen hin verschlossen mit einem Gürtel, lässt sich aber im Zweifel auch enger oder weiter machen.

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